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Mobbing ist eine kriminelle Handlung

Mobbing ist eine kriminelle Handlung

Die französische Psychiaterin Marie-France Hirigoyen hat für Mobbende den Terminus „narzistisch Perverse“ geprägt und bezeichnet ihr Verhalten als pathologisch (krankhaft).

Für mich ist Mobbing eine kriminelle Handlung, in der mit krankhafter Boshaftigkeit ein niederes Ziel verfolgt wird. Es sind jene „professionellen Mobber“ die sich ein Opfer nach dem anderen suchen. Sie steigen nicht wie Phönix aus der Asche, sondern sind an ihren Arbeitsplätzen durchgehend präsent, suchen ihre Opfer und verfolgen ihr Ziel, was die Entlassung des Opfers ist, bis dieses tatsächlich ihren Arbeitsplatz und oft ihre Existenz verliert.

Das in Schulen und ausnahmslos allen Arbeitsplätzen das Mobbing bereits dazugehört und von vielen als „gesellschaftsfähig“ benannt wird, ist für mich eine Verrohung unserer Gesellschaft und absolut unakzeptabel. Mobbing gehört für mich zu einer der verabscheuungswürdigsten Handlungen die ein Mensch einem anderen antun kann.

Mobbing ist nicht nur ein krimineller Akt und ein überführter Mobber der extremen Schaden verursacht hat, sollte gezwungen werden, eine psychiatrische Therapie zu beginnen, bevor es ihm gestattet werden würde, wieder mit anderen Menschen zusammen zu arbeiten.

Der Gesetzgeber sollte sich der neuen Gesellschaft rechtzeitig anpassen um Menschen vor diesen Übergriffen zu schützen. Die Zahl der verhaltensgestörten Menschen in unserer Gesellschaft ist in den letzten Jahrzehnten um ein vielfaches gestiegen. Umwelteinflüsse, Leistungsdruck, Frustration durch einen fehlenden Lebenspartner und das Abnehmen von realen sozialen Kontakten haben den Menschen umgeformt. Und das nicht hin zum positiven.

Wer das Problem unterschätzt oder gar beabsichtigt für unwichtig oder nicht existent erklärt, sollte sich mit der Tatsache der steigenden Zahl an Selbstmorden auf Grund von Mobbing befassen. (siehe letzten Teil des Berichtes)

Ein verantwortungsvoller Mensch muss, wenn er Mobbingaktivitäten beobachtet, eingreifen. Denn auch hier ist Eigencourage gefragt. Und das viele dann selbst zum Opfer werden, ist ja nur möglich, weil nicht hinter jedem Helfenden ein weiterer Helfender steht.

Holen Sie sich erst umfassende Unterstützung und versuchen Sie dann dem Opfer zu helfen und dem Mobber mit gemeinschaftlicher Kraft das Handwerk zu legen.

V. Koch

Was ist Mobbing?

Mobbing sind fortgesetzte, aufeinander aufbauende oder ineinander übergreifende, der Anfeindung, Schikane oder Diskriminierung dienende Verhaltensweisen, die in ihrer Gesamtheit das allgemeine Persönlichkeitsrecht oder andere ebenso geschützte Rechte, wie die Ehre oder die Gesundheit des Betroffenen verletzen.

Liste der 45 Mobbing-Handlungen nach Professor Heinz Leymann

Angriffe auf die Möglichkeit, sich zu äußern

1. Der Vorgesetzte schränkt die Möglichkeit ein, sich zu äußern
2. Man wird ständig unterbrochen
3. Kollegen schränken die Möglichkeit ein, sich zu äußern
4. Anschreien oder lautes Schimpfen
5. Ständige Kritik an der Arbeit
6. Ständige Kritik am Privatleben
7. Telefonterror
8. Mündliche Drohungen
9. Schriftliche Drohungen
10. Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke oder Gesten
11. Kontaktverweigerung durch Andeutungen, ohne daß man etwas direkt ausspricht

Angriffe auf die sozialen Beziehungen

12. Man spricht nicht mehr mit den Betroffenen
13. Man lässt sich nicht ansprechen
14. Versetzung in einen Raum weitab von Kollegen
15. Den Arbeitskollegen/innen wird verboten, den/die Betroffene/n anzusprechen
16. Man wird wie Luft behandelt

Angriffe auf das soziale Ansehen

17. Hinter dem Rücken des/der Betroffenen wird schlecht über ihn/sie gesprochen
18. Man verbreitet Gerüchte
19. Man macht jemanden lächerlich
20. Man verdächtigt jemanden, psychisch krank zu sein
21. Man will jemanden zu einer psychiatrischen Behandlung zwingen
22. Man macht sich über eine Behinderung lustig
23. Man imitiert den Gang, die Stimme oder Gesten, um jemanden lächerlich zu machen
24. Man greift die politische oder religiöse Einstellung an
25. Man macht sich über das Privatleben lustig
26. Man macht sich über die Nationalität lustig
27. Man zwingt jemanden, Arbeiten auszuführen, die das Selbstbewusstsein verletzen
28. Man beurteilt den Arbeitseinsatz in falscher und kränkender Weise
29. Man stellt Entscheidungen des/der Betroffenen in Frage
30. Man ruft ihm/ihr obszöne Schimpfworte oder andere entwürdigende Ausdrücke nach
31. Sexuelle Annäherungen oder verbale sexuelle Angebote

Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation

32. Man weist dem/der Betroffenen keine Arbeitsaufgaben zu
33. Man nimmt ihm/ihr jede Beschäftigung am Arbeitsplatz, so dass er/sie sich nicht einmal selbst Aufgaben ausdenken kann
34. Man gibt ihm/ihr sinnlose Arbeitsaufgaben
35. Man gibt ihm/ihr Aufgaben weit unter seinem/ihrem eigentlichen Können
36. Man gibt ihm/ihr ständig neue Arbeiten
37. Man gibt ihm/ihr „kränkende“ Arbeitsaufgaben
38. Man gibt dem/der Betroffenen Arbeitsaufgaben, die seine/ihre Qualifikation übersteigen, um ihn/sie zu diskreditieren

Angriffe auf die Gesundheit

39. Zwang zu gesundheitsschädlichen Arbeiten
40. Androhung körperlicher Gewalt
41. Anwendung leichter Gewalt, zum Beispiel um jemanden einen Denkzettel zu verpassen
42. Körperliche Misshandlung
43. Man verursacht Kosten für den/die Betroffene/n, um ihn/ihr zu schaden
44. Man richtet physischen Schaden im Heim oder am Arbeitsplatz des/der Betroffenen an
45. Sexuelle Handgreiflichkeiten


Die medizinischen Folgen von Mobbing

Fast bei jeder Beratung sagen die Betroffenen: „Ich kann doch nicht krankmachen“.
Dazu raten wir auch nicht. Was wir jedoch empfehlen, wenn ein Mitglied über gesundheitliche Probleme klagt, ist der Besuch beim Arzt. Nur dieser kann beurteilen, ob Sie arbeitsfähig sind oder nicht.


Der Begriff der Arbeitsunfähigkeit ist nicht mit dem Begriff der Krankheit identisch. Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn ein Versicherter aufgrund von Krankheit seine ausgeübte Tätigkeit nicht mehr oder nur unter der Gefahr der Verschlimmerung der Erkrankung ausführen kann. Das ist bei Mobbing häufig der Fall.

Folgende körperliche Beschwerden können vorliegen:

Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Zittern und weiche Knie, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Atemnot, Schwindelgefühl, Schweißausbrüche, Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, Hautbeschwerden.

Psychische Probleme werden vom Betroffenen selbst oft nicht wahrgenommen. Folgendes kann auftreten:

Konzentrationsprobleme, Gedächtnisstörungen, Selbstzweifel, Selbstunsicherheit, Depressionen, Antriebslosigkeit, Weinkrämpfe, Verzweiflung, Selbstmordgedanken, Verfolgungswahn und paranoide Zustände, Hypersensibilität, aggressive Stimmungen, Hektik und Rastlosigkeit.

Wenn Sie bei sich eines dieser Symptome bemerken, gehen Sie bitte zum Arzt. Ohne medizinische Behandlung wird es nicht besser. Im Gegenteil, es wird schlimmer.

Der Arzt kann aber nicht die Situation am Arbeitsplatz ändern. Das ist zum Einen Aufgabe der Betriebs- und Personalräte. Parallel dazu sollten Sie gemeinsam mit Ihrer Gewerkschaft die rechtlichen Möglichkeiten erörtern.


Das Mobbing-Tagebuch…

…ist unerlässlich, um Tatbestände genauestens nachweisen zu können. Ein solches Tagebuch muss ganz konkrete Fakten enthalten. Notieren Sie Aussagen, Beschimpfungen und dergleichen also wortwörtlich. Denken Sie bitte daran: das Mobbing-Tagebuch schreiben Sie nicht für sich, sondern damit ein Arbeitsgericht es verwerten kann!

Hierzu müssen Sie dokumentieren:

1.) Was ist passiert? Wer hat was getan, wer hat was nicht getan?
2.) Datum, Uhrzeit, Ort
3.) Wer war noch dabei?
4.) Zeugen mit Namen, am besten gleich mit Anschrift
5.)sonstige Beweismittel? Notizen, Briefe, eMails
6.) Was hatte das für Folgen bei mir persönlich? (Zeugen: Arzt, Partner, Kollegen, Freunde)


Welche Pflichten hat der Arbeitgeber bezüglich Mobbing?

Arbeitgeber haben gegenüber ihren Arbeitnehmern eine Schutzpflicht. Wer es unterlässt, seinen Betrieb so zu organisieren, dass Verletzungen des Persönlichkeitsrechts durch Mobbing ausgeschlossen sind, kann selbst in Anspruch genommen werden. Geeignete Maßnahmen sind:

1.)Abschluss einer Betriebsvereinbarung gegen Mobbing
2.) Gestaltung der einzelnen Arbeitsverträge
3.) aktives Eintreten des Arbeitgebers gegen Mobbing
4.)Überwachung der Einhaltung der Vereinbarungen (auch Aufgabe von Betriebs- oder Personalräten)
5.)Schaffen einer Anlaufstelle im Betrieben (z.B.: Betriebs-/Personalratsbüro)
6.)Nachweis von Interventionsmaßnahmen bei Mobbing.


Welche Rechte haben Arbeitnehmer bei Mobbing?

Arbeitnehmer können

– sich beim Arbeitgeber beschweren.
– sich an den Betriebs- oder Personalrat wenden.
– sich bei der zuständigen Arbeitsschutzbehörde beschweren.
– Unterlassung vom Verursacher fordern.
– vom Arbeitgeber die Erfüllung der Schutzpflicht verlangen.
– unter Umständen ihre Arbeitsleistung zurückbehalten.
– Schadensersatz wegen Verletzung des Persönhlichkeitsrechts fordern.
– Schadensersatz für eingetretene Gesundheitsschäden verlangen.


Was können Arbeitnehmer tun, um Mobbing vorzubeugen oder gegen Mobbing geschützt zu sein?

Werden Sie Mitglied in der für Sie zuständigen Gewerkschaft. Anwälte und Gerichtsverfahren sind teurer, als Sie es sich vorstellen. Wer heutzutage noch ohne Arbeits- und Sozialrechtsschutz im Berufsleben steht, ist leichtsinnig.

Quelle : ver.di

Mobbing erhöht Suizidrisiko

Mobbing, also das Schikanieren, Ärgern und Quälen von Mitmenschen, hat zahlreiche negative Auswirkungen. So ist zum Beispiel bekannt, dass Kinder und Jugendliche, die von Gleichaltrigen schikaniert werden, sich zurückziehen, depressiv werden und in der Schule nachlassen. Wie aber wirkt sich Mobbing auf lange Sicht aus? Dieser Frage sind australische Psychiater um Leigh Roeger von der University of South Australia nachgegangen. Sie befragten 2907 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 55 und mehr Jahren nach ihren Mobbingerfahrungen und fanden heraus, dass 19 Prozent von Gleichaltrigen während der Schulzeit massiv schikaniert worden waren; diese Erlebnisse waren zum Teil traumatisierend und konnten von den Betroffenen nicht vergessen oder verziehen werden – mit gravierenden Folgen: „Personen, die in Kindheit und Jugend schikaniert worden waren, wiesen ein dreimal höheres Suizidrisiko auf als Personen ohne solche Erfahrungen“, berichten die Autoren. Intensives Mobbing beeinträchtigt ihrer Meinung nach das Selbstwertgefühl, begünstigt Depressionen und fügt den Opfern so schwerwiegende psychische Verletzungen zu, dass diese als einzigen Ausweg den Suizid sehen. Roeger und Kollegen weisen darauf hin, dass es mit dieser Studie zum ersten Mal gelungen sei, nachzuweisen, dass psychische Verletzungen durch Mobbing nicht immer von selbst oder durch das Älterwerden heilen und dass Mobbing zu einer psychischen Instabilisierung auf lange Sicht führen kann. Da die Auswirkungen von Mobbing offenbar so nachhaltig und lang andauernd sind und Mobbing eine ernsthafte Gefährdung für Gesundheit und Leben darstellt, fordern die Autoren vermehrte Anstrengungen, um Mobbing in verschiedenen Lebensbereichen zu verhindern oder deutlich zu reduzieren.

Quelle : Journal of Nervous & Mental Disease 2010; 10(198): 728–33.
Leigh Roeger, Discipline of General Practice, Flinders University, Bedford Park 5042, South Australia (Australien)

Hilfslink für Betroffene

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Mai 25, 2011 Posted by | Uncategorized | , , , , , , , , | 2 Kommentare

Weltweit 20 Millionen Kinder aus Gewinnsucht psychisch krank eingestuft.

Weltweit 20 Millionen Kinder aus Gewinnsucht psychisch krank eingestuft.

Dieser Trend betrifft Sie und Ihre Kinder.

Immer mehr Kinder werden, auch in Deutschland, als psychisch gestört eingestuft. Alles was aus einer, von wem auch immer festgelegten Norm, herausbricht wird als Abnormal eingestuft und nicht selten mit großen Überredungskünsten des Psychiaters wird eine oft lebenslange medikamentöse Behandlung gestartet. Dieser von der Pharmaindustrie gesteuerte Trend zieht sich natürlich bis in die Erwachsenen Welt.

Mit dem Artikel >>Die Macht der Pharmaindustrie<< bin ich bereits auf dieses Thema eingegangen. Der Bericht von Monica G. Young zeigt das Problem erneut und betroffene Eltern sollten sich fragen, ob wirklich alles zum Wohle ihres Kindes geschieht. Denn die Macht und der manipulative Antrieb der Pharmalobby ist grenzenlos.

Die verdeckte Tyrannei: Bei Kindern werden aus Gewinnstreben Krankheiten diagnostiziert und dann medikamentös behandelt

Monica G. Young

Nicht alle fallen auf den gigantischen Schwindel herein: Weltweit wurden bei 20 Millionen Kindern und Jugendlichen psychische Störungen festgestellt, die angeblich die jahrelange oder sogar lebenslange Einnahme von Psychopharmaka notwendig machen. Aber einige Personen erheben jetzt ihre Stimme. Häufig sind Eltern, Kinder und Schulen Opfer einer der gewissenlosesten, aber eben gewinnbringenden und auf Falschinformationen beruhenden Kampagnen der modernen Gesellschaft.

Unruhige Kinder oder Kinder, die sich leichter ablenken lassen oder gelangweilt sind, die zu viel reden (oder zu wenig), die sich nicht an Regeln halten, die nicht so gehorsam sind, wie es einige Erwachsene gerne wollen, oder Kinder, die unter Stimmungsschwankungen leiden – ihnen allen könnte es passieren, dass bei ihnen Erkrankungen wie eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), eine Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigen Verhalten (ODD), eine Bipolare affektive Störung, eine Selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung oder eine andere Erkrankung festgestellt werden. Mit anderen Worten werden heute Verhaltensweisen, die bisher als normales Verhalten von Kindern und Heranwachsenden galten, als psychische Störung eingestuft.

Am häufigsten wird ADHS bei Kindern »festgestellt«, allein in den USA sind es mehr als fünf Millionen Kinder, die davon »betroffen« sind. Statistische Untersuchungen in den USA und anderen Ländern zeigen, dass ADHS eher bei Jungen als bei Mädchen diagnostiziert und dann entsprechend medikamentös behandelt wird.

In einem vor Kurzem erschienenen Artikel mit der Überschrift »Eine Beruhigungs-Nation: Was passiert, wenn man Jungen nicht mehr erlaubt, ungestüm sein« heißt es, fünfmal mehr australische Jungen als Mädchen werden mit Ritalin behandelt. Die Autorin fragt: »Besteht die Gefahr, dass wir die Kindheit eines Jungen an sich als Störung einstufen?« Sie verweist auf das Beispiel eines zehnjährigen, sehr begabten und sportlichen Jungen, der auf einem beengten Schulhof in eine Rangelei verwickelt wurde. Niemand wurde ernsthaft verletzt und es entstand auch keinerlei Sachschaden. Aber der Junge musste sich umgehend einer psychiatrischen Behandlung unterziehen.

Für afro-amerikanische Jungen und Jugendliche kann die Lage noch schlimmer aussehen. Der Psychologe Umar R. Abdullah-Johnson, der sich für das Recht auf Bildung für schwarzen Jungen einsetzt, hat viele Schulen im ganzen Land aufgesucht. In einem kürzlich veröffentlichten Artikel mit der Überschrift »Psycho-Sklaverei« schreibt er: »Wir haben es hier mit einem Zerrbild epischen Ausmaßes zu tun: Schwarze Jungen werden in Rekordzahlen zu Psychiatern geschickt, damit sie dort bewusstseinsverändernde Medikamente verordnet bekommen, die viele Nebenwirkungen aufweisen.« In vielen Klassen, berichtet er weiter, wird der Hälfte der schwarzen Schüler Medikamente verschrieben. Bei einigen Kindern wird die Untersuchung, die Diagnose und die Verschreibung der Medikamente in weniger als fünf Minuten abgewickelt.

Abdullah-Johnson hebt die Scheinheiligkeit einer Gesellschaft hervor, die einerseits den »Drogen den Krieg« erklärt, sich andererseits aber eifrig bemüht, eine ganze Generation schwarzer Jungen mit Substanzen vollzustopfen, deren Einnahme später oft zum Konsum illegaler Drogen führt. »Sie behaupten, kein Kind solle zurückgelassen werden«, schreibt er, »geben sich aber damit zufrieden, unsere Jungs [gefährlichen] Nebenwirkungen dieser Medikamenten auszusetzen, die noch Jahre nach ihrem Schulabschluss anhalten, wenn diese Jungen überhaupt einen Schulabschluss schaffen.«

Dieses System zwingt unsere Jugend zur starren Anpassung an einen psychiatrisch definierten »Normalzustand«. Kindern wird der Eindruck vermittelt, ohne Medikamente seien sie den schulischen Anforderungen oder dem Leben nicht gewachsen.

Werfen wir doch einmal einen Blick in die Geschichte:

Thomas Edison, einer der erfolgreichsten und produktivsten Erfinder, musste in jungen Jahren die Schule verlassen, weil sich sein Lehrer durch seine ständigen Fragen und seinen beweglichen Verstand genervt fühlte. Wo stünden wir heute, wenn Edisons schöpferischer Geist durch verschreibungspflichtige Medikamente betäubt worden wäre?

Albert Einstein, der Begründer der modernen Physik, war ein stilles Kind, das kaum Kontakt zu Gleichaltrigen suchte. Er verweigerte sich den traditionellen Lernmethoden und galt als alberner Tagträumer. Stellen Sie sich einmal vor, er wäre durch Medikamente »angepasst« worden.

Der große Staatsmann und Redner Winston Churchill besaß als Jugendlicher ein unabhängiges und rebellisches Wesen, was ihm oft Ärger einbrachte. Nach heutigen psychiatrischen Standards wäre bei ihm mit Sicherheit »eine Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigen Verhalten (ODD)« festgestellt worden.

Frederick Douglass, einer der herausragendsten Köpfe der Bewegung gegen Sklaverei (und ein Blutsverwandter des oben erwähnten Umar R. Abdullah-Johnson) wehrte sich seit seiner Kindheit gegen die Regeln, denen Schwarze unterworfen waren. Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen.

Die massive Propaganda, mit der die Gültigkeit dieser Störungen und die Wirksamkeit der entsprechenden Medikamente unterfüttert wird, hat gigantische Ausmaße angenommen. Aber ein 731 Seiten umfassender Bericht des »Projektes zur Überprüfung der Wirksamkeit von Medikamenten« der Universität des US-Bundesstaates Oregon aus dem Jahr 2005, in dem 2.287 verschiedene Untersuchungen aus der ganzen Welt unter die Lupe genommen wurden, fand nur unzureichende Beweise dafür, dass Medikamente, mit denen ADHS behandelt wurde, auf lange Sicht unbedenklich sind oder die schulischen Leistungen verbessern helfen.

Für die Diagnosen werden keine medizinischen Untersuchungen angestellt. Aber den meisten Jugendlichen, bei denen einige dieser Störungen diagnostiziert wurden, werden hochgiftige Medikamente verabreicht, die nachweislich zu Schlafstörungen, Kleinwuchs, Halluzinationen, innerer Unruhe, Herzanfällen, Psychosen, Gewaltausbrüchen und sogar Selbstmord sowie plötzlichem Tod führen.

Der renommierte Psychiater Dr. Peter Breggin, der sich seit Langem für ein grundsätzliches Umdenken der Psychiatrie einsetzt, erklärte in der Huffington Post: »Die psychiatrische Diagnose und die massenweise medikamentöse Behandlung unserer Kinder bilden eine spezifische Form des Kindesmissbrauchs in unserer Gesellschaft … Alle psychoaktiven Substanzen von Alkohol und Marihuana bis hin zu Psychopharmaka verringern und beeinträchtigen die Funktion des Gehirns und des Geistes, keine einzige verbessert sie.« Selbst bei Säuglingen und Kleinkindern werden bereits psychische Störungen festgestellt und entsprechend mit Medikamenten behandelt.

Viele Kliniker befürchten, die Verschreibung von Stimulantien bei Kindern könnte ein Suchtverhalten ausbilden und sie später leichter an illegale Stimulantien wie Kokain und Metamphetamin heranführen. Eine vor Kurzem veröffentlichte Studie der Universität von Kalifornien bestätigt diese Befürchtungen. Es wurden 27 Langzeituntersuchungen analysiert, die die Entwicklung von 4.100 Kindern, bei denen ADHS festgestellt worden war, und von 6.800 Kindern ohne ADHS bis zur Pubertät und dem jungen Erwachsenenalter verfolgten. Bei ADHS-Kindern lag die Wahrscheinlichkeit, ernsthafte Drogenprobleme zu entwickeln, um das Dreifache höher als bei den anderen Kindern. (Einem Bericht der Verbraucherschutzorganisation Consumer Report zufolge werden 84 Prozent der Kinder mit einer ADHS-Diagnose medikamentös behandelt.)

Wenn diese Medikamente so gefährlich sind, warum wollen die Pharmakonzerne sie so massiv für Kinder vermarkten?

»Kinder gelten als willfährige Patienten, und das macht sie zu einem begehrten Markt für Medikamente«, erklärt der frühere Pharmareferent Gwen Olson, Verfasser des Buches Bekenntnisse eines Lobbyisten für verschreibungspflichtige Medikamente. »Die Kinder werden vom Schulpersonal gedrängt, ihre Medikamente zu nehmen, und sie werden von ihren Eltern und von ihren Ärzten dazu gedrängt, ihre Medikamente zu nehmen. Kinder werden daher als ideale Patienten angesehen, denn man kann damit rechnen, dass sie fügsam ihre Medikamente auch über einen langen Zeitraum nehmen. Anders gesagt: Sie werden ihr Leben lang Patienten und damit Pharmakunden bleiben.«

ADHS, ODD, Bipolare affektive und andere Störungen wurden von Ausschüssen der Amerikanischen psychiatrischen Vereinigung (APA) erfunden und erlangten durch Veröffentlichung im Diagnostischen und Statistischen Handbuch (DSM) offizielle Geltung. Eine Untersuchung der Universität von Massachusetts und der Tufts-Universität aus dem Jahr 2006 ergab allerdings, dass die Mehrheit der Ausschussmitglieder finanzielle Verbindungen zu Pharmakonzernen unterhielten.

Die Psychopharmaka-Hersteller räumen selbst ein, dass ihre Produkte eigentlich nichts zur Heilung beitragen, sondern nur die Symptome lindern oder erträglich machen.

Der stellvertretende Chef des Pharmariesen Bristol-Myers Squibb gab vor Kurzem bekannt, die amerikanische Behörde für Arzneimittelzulassung (FDA) habe einer Ausweitung des Einsatz ihres Kassenschlagers gegen bipolare Störungen zugestimmt. »Da eine Bipolare affektive Störung als lebenslange und immer wiederkehrende Erkrankung gilt, ermöglicht diese erweiterte Zulassung den Ärzten, Abilify zusätzlich zu Lithium oder Valproat im Rahmen einer langfristigen Behandlung zu verschreiben, um die Symptome einer Bipolaren affektiven Störung vom Typ I lindern zu helfen.« Eigentlich sagt er an die Adresse der Erkrankten damit: »Sie werden Ihr Leben lang von unseren Medikamenten abhängig sein.«

Der Markt für die medikamentöse Behandlung von Kindern ist extrem gewinnträchtig und umfasst mehrere Milliarden Dollar pro Jahr.

Aber hier geht es auch um eine Form unterdrückender, sozialer Kontrolle. Wenn man willkürlich abweichendes Verhalten als »seelische Störung« brandmarkt, die medikamentös behandelt werden muss, konditioniert man die kommende Generation zu willfährigen Robotern, die wissen, dass man vom Status quo nicht abweichen darf.

Wir sollten die Warnung Thomas Jeffersons besser beherzigen: »Jede Gewaltherrschaft, die ihre Stellung festigen will, braucht Menschen guten Gewissens, die schweigen.«

Quelle : Kopp-Verlag

Quellen zu diesem Artikel:

März 16, 2011 Posted by | Uncategorized | , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

   

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